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Hertha, stoß lieber Stuttgart um!

Nach de Camargos peinlichem Hub-Nicker muss ein Sieg gegen Stuttgart her, um unten raus zu klettern.

Herthas bitteres Pokal-Aus gegen Gladbach (0:2 n.V.) bedeutete die vierte Niederlage in Folge für Neu-Trainer Michael Skibbe (46). In der Liga ist Hertha seit neun Spielen ohne Sieg – in der Partie am Sonnabend (15.30 Uhr) in Stuttgart muss die Wende her.

Bleiben wir bei Verteidiger Roman Hubnik (27), der nach Attacke gegen Gladbachs Igor de Camargo (28) überflüssig Rot sah, muss es jetzt heißen: Hertha, stoß’ lieber Stuttgart in den Keller!

„Wir sind alle sehr, sehr enttäuscht. Wir haben uns wieder nicht belohnt, aber das Leben geht weiter. Jetzt müssen wir Kraft sammeln und versuchen, in Stuttgart zu punkten. Es ist eine schwere Zeit, wir müssen in guten und schlechten Zeiten zusammenrücken“, sagt Kapitän Andre Mijatovic (32).

In Stuttgart muss die Negativ-Serie endlich beendet werden. Und es besteht Hoffnung, das Team von Trainer Bruno Labbadia (46) hat die letzten sieben Bundesligaspiele nicht mehr gewonnen. Dazu kommt noch der blasse Auftritt im Pokal gegen die Bayern (0:2). Da platze Manager Fredi Bobic (40) der Kragen. Der Ex-Herthaner: „Wir haben nach dem Spiel gegen Leverkusen viel davon geredet, auf dem richtigen Weg zu sein. Aber den haben wir mal ganz schnell wieder verlassen. Das, was wir gegen die Bayern abgeliefert haben, war eine absolute Frechheit, da war null Leidenschaft da.“

Jetzt zittert der VfB sogar vor Hertha! Bobic: „Wir haben nicht viel Zeit, uns steht ein sehr wichtiges Spiel gegen Hertha bevor. Da müssen wir ganz anders auftreten. Ansonsten wird es sehr, sehr schwierig. Und vielleicht müssen wir den Druck auch noch erhöhen.“ Das ist Herthas große Chance. Torwart Thomas Kraft (23): „Es ist an der Zeit, was Positives zu holen. Und ich bin überzeugt, dass wir am Wochenende etwas holen werden.“

Hertha, stoß’ lieber Stuttgart in den Keller! >>B.Z.<<


 

Schiri Brych gesteht Fehler ein

Gesamtschuld sieht er nicht, aber zur B.Z. sagt er: „Ich räume ein, unglücklich agiert zu haben."

Selbstverschuldete Dummheit oder oscarreife Schauspieleinlage? Wohl ein bisschen von beidem.

Am Tag nach Herthas bitterem Pokal-K.o. gegen Gladbach (0:2 n.V.) gab’s rund um den Schenckendorffplatz nur ein Thema: Der Platzverweis gegen Roman Hubnik (27), der Igor de Camargo (28) mit einem Kopfstoß niedergestreckt haben soll. Im Fokus der Hertha-Wut: Schiedsrichter Dr. Felix Brych (36/München)!

Hubnik, der vom DFB-Sportgericht für ein Pokalspiel gesperrt wurde, schwieg auch am Donnerstag zu der Szene. Dafür sprachen andere. Teamkollege Andreas Ottl (26) trocken: „Ich wünsche de Camargo auf diesem Weg gute Besserung.“

Manager Michael Preetz (44): „Dass wir noch immer kotzsauer sind über die Art und Weise des Ausscheidens, wird jeder verstehen. Herr Brych hat zu mir gesagt, dass er die Nacht wohl nicht schlafen kann. Aber uns fehlen jetzt die Chance auf das Finale und eine Millionen-Einnahme, da ist unser Schaden wohl größer.“ Auch Michael Skibbe (46) ist sauer: „Es ist ganz, ganz bitter, dass wir durch einen unfassbaren Fehler des Schiedsrichters aus dem Pokal geflogen sind.“

B.Z. erreichte Brych am Donnerstag auf dem Handy. Der Schiri: „Auf dem Platz war ich mir sicher, dass ich richtig gelegen hatte. Ich will die Gesamtschuld nicht auf mich nehmen, räume aber ein, unglücklich agiert zu haben.“ Und weiter: „Es waren drei Personen an den Situation beteiligt: Zwei Spieler, die sich nicht korrekt verhalten haben, und ein Schiedsrichter, der das Spiel zuvor vielleicht unterbinden hätte können. Aber ich wollte Hertha die Möglichkeit eines schnellen Konterangriffs nicht nehmen, habe deshalb auf Vorteil entschieden.“ Darüber kann Preetz nur den Kopf schütteln: „Wo ist da der Vorteil?“

Unterstützung bekommt Hertha vom Meister. Dortmunds Mats Hummels (23) postete nach Abpfiff auf Facebook: „Man kann auch peinlich und beschämend in ein Pokal-Halbfinale einziehen.“ Den Eintrag nahm er inzwischen von der Seite, bei seiner Meinung bleibt er trotzdem: „Jemanden anderen eine Kopfstoß zu geben und sich daraufhin fallen zu lassen ist nichtsdestotrotz weiterhin peinlich!“


 

Hätte Hertha der Videobeweis geholfen?

Am Faktor Mensch kommt man im Fußball nicht vorbei. Deshalb fragt sich unser Autor Stefan Hermanns, ob ein Videobeweis wirklich etwas an der Entscheidung gegen Herthas Roman Hubnik geändert hätte.

Es hätte alles so einfach sein können am Mittwochabend in der 99. Minute des Pokal-Viertelfinales zwischen Hertha BSC und Borussia Mönchengladbach, als Igor de Camargo mit Verdacht auf Schädelbasisbruch auf dem kalten Rasen des Berliner Olympiastadions lag. Es hätte alles so einfach sein können, wenn doch nur der Videobeweis zulässig gewesen wäre. Schiedsrichter Felix Brych hätte das Spiel kurz unterbrochen, wäre an die Seitenlinie gegangen, hätte sich die Fernsehbilder angesehen und dann … Ja, was eigentlich?

Vielleicht hätte Brych gesehen, dass Herthas Verteidiger Roman Hubnik in einem Affentempo auf de Camargo zuläuft und ihn mit der Nase an der Stirn trifft. Ja, es gibt tatsächlich Bilder, die diesen Ablauf des Geschehens zumindest nahelegen, aufgenommen von den Kameras auf der gegenüberliegenden Tribüne. Ob sie auch den Tatbestand einer Tätlichkeit gestützt hätten, die zwingend einen Elfmeter für die Gladbacher und einen Platzverweis für Hubnik nach sich gezogen hätte, das ist dann noch mal eine andere Frage – aber am Ende eben auch wieder eine Frage der Interpretation.

Am Faktor Mensch kommt man also, so oder so, nicht vorbei, und schon deshalb ist es ein Irrtum, dass mit dem Videobeweis alles besser werden würde. Er geht zudem von der Annahme aus, dass TV-Kameras per se unbestechlich sind und das Geschehen wertfrei abbilden.

Doch auch bei Kameras kommt es auf den Standpunkt, den Blickwinkel an. Mit einer Zeitlupe zum Beispiel lässt sich selbst ein brutales Foul scheinbar zur Nichtigkeit herunterdimmen, eine klare Tätlichkeit zur Schauspieleinlage umdeuten. Oder umgekehrt.

Mag sein, dass Kameras nicht lügen – aber die volle Wahrheit sagen sie auch nicht immer. >>TSP<<


 

Lusti, der Top-Pechvogel

Verloren haben die Blau-Weißen alle. Als Team sind sie raus aus dem Pokal. Aus der Traum vom Finale. Und zu allem Überdruss gibt es noch einen Top-Pechvogel: Fabian Lustenberger. Nach monatelangem Kampf um einen Platz in der Startelf hatte er ihn sich unter Skibbe erarbeitet. Und dann das. Foul. Schmerzen. Pause.

Glück im Unglück ist, dass der Fuß nach dem nicht geahndeten Tritt des Gladbachers Tony Jantschke (57.) nicht gebrochen ist. Eine schwere Prellung zwingt Lusti aber zum Aussetzen am Sonnabend in Stuttgart. Ein paar Tage muss er auf Krücken laufen.

„Das ist ein schwerer Verlust für uns. Fabian hat zuletzt wirklich exzellente Leistungen geboten“, meint Trainer Michael Skibbe.

Lusti selbst gibt sich kämpferisch: „Natürlich ist es ärgerlich – gerade zum jetzigen Zeitpunkt. Ich muss den Fuß ein paar Tage schonen. Aber wer mich kennt, weiß, dass ich so schnell ich kann wieder dabei bin!“ DR/WH >>kurier.de<<


 





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